Building Radar: Bauausschreibungen verlaufen im Sande!

Pressemitteilung, 
München, 22.03.2018

Laut aktuellen Erhebungen von Building Radar läuft eine steigende Anzahl öffentlicher Bauausschreibungen in Deutschland ins Leere. Bauunternehmen haben durch den anhaltenden Bauboom ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Veraltete Kalkulationen und hoher bürokratischer Aufwand schrecken zusätzlich ab.

Aktuelle Auswertungen von Building Radar bestätigen: Die Anzahl der nicht vergebenen öffentlichen Ausschreibungen ist seit 2014 um 25,9 % angestiegen. Die Attraktivität öffentlicher Bauvorhaben sinkt für Bauunternehmen kontinuierlich. Laut Gesetz sollen öffentliche Aufträge an das wirtschaftlichste Angebot vergeben werden. In der Praxis wird dies oft mit dem niedrigsten Preis gleichgesetzt. Ein Preiswettbewerb mit der Billigkonkurrenz aus anderen EU-Ländern entsteht. Kostendeckendes Arbeiten ist selten möglich. Der privatwirtschaftliche Bauboom, der durch die Niedrigzinspolitik begünstigt wird, bietet genügend Alternativen, um die Auftragsbücher zu füllen. Building Radar zufolge steigt die Anzahl öffentlicher Ausschreibungen in Deutschland seit Jahren an, zwischen 2014 und 2017 im Schnitt um 8,43 %. Seit 2014 stieg die Anzahl der nicht vergebenen öffentlichen Ausschreibungen um 25,9 %. Bund, Ländern und Gemeinden bereitet diese Entwicklung zunehmend Kopfzerbrechen.

Bei den Bauunternehmen ist die Schuld nicht zu suchen. Die Auftragsbücher sind voll und die Kapazitätsgrenzen erreicht. Um neue öffentliche Aufträge annehmen und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand bewältigen zu können, müssten mehr Mitarbeiter eingestellt werden. Es gibt aber zu wenig Nachwuchs und gleichzeitig scheiden die geburtenstarken Jahrgänge allmählich aus. Die knappen Ressourcen können in privatwirtschaftliche Bauvorhaben daher gewinnbringender und somit auch wirtschaftlich nachhaltiger investiert werden.

Building Radar: „Um den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken, muss bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen die Eignung und Qualität des Bieters noch stärker berücksichtigt werden.“

Neben dem Preis fließen bereits heute zusätzliche Bewertungskriterien in die Vergabeentscheidung mit ein, die in der Regel jedoch zu allgemein formuliert sind. Nichtmonetäre Bewertungskriterien wie Qualität der angebotenen Leistung, die Übereinstimmung aller Ausführungs- und Lieferfristen sowie Faktoren wie Kundenservice und Lieferzuverlässigkeit sollten genauer definiert werden. Mit diesen Maßnahmen ließe sich die Auftragsvergabe deutlich transparenter und rechtlich besser nachprüfbar gestalten.

Erfahren Sie mehr über öffentliche Ausschreibungen in Deutschland auf unserem Bauindustrie Blog
Erfahren Sie auf unserem Bauindustrie Blog, wie Building Radar auch Ihr Geschäft bereichern kann!
map_building-database

Bereit für neue, hochqualitative Bauprojekt-Leads?

Durchsuchen Sie hunderttausende Bauprojekte weltweit. Jetzt.
Kostenfreie Demo