Berliner Mietpreisbremse – Die richtige Lösung im Wohnbau oder Hirngespinst im Sommerloch?

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und langsam erwachen die Städte aus ihrer Hitzestarre, auch die Berliner SPD. Das Thema Wohnbau brennt unter den Nägeln, das Thema Mietpreis wird hitzig diskutiert. Bereits vor der warmen Jahreszeit gab es erste Meldungen rund um die Pläne der rot-rot-grünen Regierung u. a. die Mieten in der deutschen Hauptstadt einzufrieren. Nun wird es wieder aktuell, denn Ende August planen die Parteien die Eckpunkte, Mietenstopp für fünf Jahre und Mietobergrenzen, in ein entsprechendes Landesgesetz zu verankern. Das Gesetz soll Anfang 2020 in Kraft treten – soweit so gut gut, aber derart einfach ist es nicht mit einer Gesetzesverabschiedung dieses Traums aller Miete¹

Die Top drei im August:
1. Neues Wohnquartier für 800 Menschen in München
2. 330 Wohnungen auf etwa 23.500 Quadratmetern Wohnfläche für Leipzig.
3. Platz für 200.000 Wohnungen in Berlin

Darf eine Landesregierung überhaupt die Miethöhe regeln?

Ja oder Nein? Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Es sei rechtlich unklar, “…ob das Berliner Mietengesetz zum Wohnungswesen gehört, für das die Länder zuständig sind, oder zum Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), unter das eigentlich das Mietrecht fällt und für das der Bund zuständig ist. Im Mietrecht geht es um privatrechtliche Fragen zwischen Mietern und Vermietern. Beim Wohnungswesen dagegen um öffentlich-rechtliche Rechtsbeziehungen …”² lautet die Einschätzung der Zeit. 

Wieso ist das Gesetz überhaupt notwendig?

Betrachtet man Berlin, dann ist die Lage eigentlich noch entspannt, der Mietspiegel liegt bei monatlich 6,72 Euro kalt je Quadratmeter. Allerdings ist dies ein gewichteter Durchschnitt, der sich aus den letzten vier Jahren ergibt. In der Realität landet man aktuell eher bei 11,60 pro Quadratmeter. Das ist eine ordentliche Differenz, auch wenn geplagte Münchner, wie wir von Building Radar, immer noch ein wenig bei der Zahl lächeln. Vergleicht man boomende Städte, wie München werden dann 18,60 Euro pro Quadratmeter fällig. Auch Leipzig die Boomtown im Osten steht dem Durchschnitt in Berlin mit 7 Euro um nichts nach.³

Eins ist klar, um die Lage weiter zu entspannen, muss mehr Wohnraum entstehen. Deshalb schauen wir uns in diesem Monat die größten Projekte aus der Kategorie Wohnbau an. 

1. Neues Wohnquartier für 800 Menschen in München

Münchner RadhausDas in München der Wohnraum knapp ist, weiß mittlerweile jeder, wir als Münchner Unternehmen erst recht. Deshalb freuen wir uns immer, wenn in unserer Plattform Projekte wie dieses erscheinen: Geplant sind bis Mitte 2021, 340 Wohnungen mit einer gesamt Grundstücksfläche von ca 14.000 Quadratmetern in Pasing-Obermenzing. Das Ganze soll östlich von der Lipperheidstraße stattfinden. Bei den Wohnungen handelt es sich ausschließlich um Mietwohnungen. Zusätzlich soll noch eine Kinderkrippe und Kindergarten gebaut werden. Es soll hier familiengerechter und barrierefreier Wohnraum entstehen.

Quelle:
https://service.buildingradar.com/leads/P3rZ
https://www.firmenpresse.de/pressinfo1746182/baustart-fuer-193-mietwohnungen-des-wittelsbacher-ausgleichsfonds-im-muenchner-westen.html
Foto Quelle:  Alejandro Cartagena 🇲🇽🏳‍🌈 on Unsplash

2. 330 Wohnungen auf etwa 23.500 Quadratmetern Wohnfläche für Leipzig.

Leipzig BaustelleLeipzig als die Trendstadt im Osten Deutschlands bietet noch Möglichkeiten, allerdings werden auch die Leipziger zunehmen leidgeplagter beim Thema Wohnraum. Und das wird sich in Zukunft wohl eher noch weiter zuspitzen, glaubt man Prognosen rund um Stadtentwicklung und Zuzug. Umso erfreulicher ist folgendes Projekt, was in diesem Monat in unserer Plattform zu finden war:

Der deutsche Immobilienentwickler Instone möchte in Leipzig 330 Eigentumswohnungen entwickeln, die für ca. 110 Mio. Euro verkauft werden sollen. Das Areal befindet sich an der Rosa-Luxemburg-Straße, Ecke Hans-Poeche-Straße. Als Baustart dafür gilt im Moment das Jahr 2021. Geplant ist ein Mix aus klassischen Eigentumswohnungen, altersgerechtem Wohnraum und Wohnungen für Studenten und Berufstätige. Außer den Wohnungen soll auch noch Platz für kleinere Läden, Fahrradstellplätze und eine Tiefgarage sein. Erfreulicherweise plant Instone insgesamt sogar 1600 neue Wohneinheiten in Leipzig, die in den nächsten Jahren gebaut werden sollen.

Quellen:
https://service.buildingradar.com/leads/OYYv
https://realassets.ipe.com/XmlServers/realassets.ipe.com/news/german-developer-instone-acquires-leipzig-site-for-330-apartments/10032749.fullarticle
https://polis-magazin.com/2019/08/instone-erwirbt-grundstueck-in-leipzig-mit-potential-fuer-rund-330-wohnungen/
Foto Quelle: Max Böhme on Unsplash

3. Platz für 200.000 Wohnungen in Berlin

Berliner Wohnbau BaustelleDie Bundeshauptstadt hat einen Plan ausgearbeitet und möchte bis 2030 in Berlin ca. 200.000 neue Wohnungen bauen. Schätzungen nach zu urteilen, werden 194.000 benötigt. Geplant sind unter anderem vier “XXL-Quartiere”, bei denen der Bau schon angelaufen ist, wie zum Beispiel die Europacity an der Heidestraße. Der Rest soll an ca. 250 Standorten mit jeweils 200 Wohnungen realisiert werden.

Die 14 neuen Stadtquartiere:

Blankenburger Süden (Pankow) 5000-6000 WohnungenBaubeginn: 2027
Buch (Pankow)ca. 4400 WohnungenBaubeginn: 2021
Buckower Felder (Neukölln)800-900 WohnungenBaubeginn: 2021
Europacity (Mitte)3000 WohnungenBaubeginn: bereits erfolgt
Wasserstadt Oberhavel (Spandau)4500-5000 WohnungenBaubeginn: bereits erfolgt
Insel Gartenfeld (Spandau)3000-4000 Wohnungen Baubeginn: 2020
Johannisthal/Adlershof (Treptow-Köpenick)2000-2500 Wohnungen Baubeginn: bereits erfolgt
Güterbahnhof Köpenick (Köpenick)1000-2000 WohnungenBaubeginn: 2021
Lichterfelde-Süd (Steglitz)2500-3000 Wohnungen Baubeginn: 2020
Michelangelostraße (Pankow)1500 Wohnungen Baubeginn: abhängig vom laufenden Dialogprozess
Schumacher Quartier (Tegel)5000 Wohnungen Baubeginn: 2022
Rangierbahnhof Pankow (Pankow1500-2000 WohnungenBaubeginn: 2022
Neue Mitte Tempelhof (Tempelhof)ca. 500 WohnungenBaubeginn: nicht festgelegt
Südkreuz (Schöneberg)1900 WohnungeBaubeginn: erfolgt

Quellen:
https://service.buildingradar.com/leads/P50u
https://www.bz-berlin.de/berlin/platz-fuer-200-000-wohnungen-senat-hat-endlich-einen-plan
Foto Quelle: picture alliance / Bildagentur-o

Spannend bleibt, wie sich Gesetzesentwürfe rund um die Mietpreisbremse nun auf die Pläne in Berlin auswirken werden. Werden die Berliner Ideen überhaupt jemals verabschiedet oder scheitern sie an der konkurrierenden Gesetzgebung?

Sie kennen Building Radar noch nicht? Dann sollten Sie uns Kennenlernen.

Wer waren die Top drei im Vormonat? Bauindustrie Blog

map_building-database

Bereit für neue, hochqualitative Bauprojekt-Leads?

Durchsuchen Sie hunderttausende Bauprojekte weltweit. Jetzt.
Kostenfreie Demo