Der Bausektor in der EU. Aus Fehlern lernen.

Innerhalb der Europäischen Union hat der Bausektor besondere wirtschaftliche Bedeutung. Rund 18 Millionen Arbeitsplätze und 8,6% des gesamten BIP entfallen in der EU auf die Baubranche. Gleichzeitig entstehen innovative Lösungen für gesellschaftliche, klimatische und energietechnische Herausforderungen. In Europa sind rund 42,9 Millionen Arbeiter direkt oder indirekt vom Bausektor abhängig. Insgesamt bietet die Europäische Union ihren internationalen Partnern Zugang zu mehr als 500 Millionen Arbeitskräften und einer geschätzten Wirtschaftskraft von 13 Billionen Euro.

1. Krise von 2008
2. Aktueller Stand
3. Ausblick in die Zukunft

1. Die Krise von 2008

Der Bausektor wurde von der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 besonders hart getroffen. Die Industrieländer erlebten einen plötzlichen Einbruch der Produktion. In Litauen war beispielsweise ein Rückgang von -54,4% zu verzeichnen. Deutschland und Österreich konnten hingegen in 2009 beinahe stabile Verhältnisse vorweisen. In Estland, Irland und Spanien sind die Wachstumsraten bereits vor 2009 erheblich eingebrochen. Der plötzliche Rückgang der Bauaktivitäten kam in den meisten Ländern überraschend. Die negative Entwicklung hatten in der EU bis einschließlich 2013 Bestand. Im Gegensatz dazu entwickelten sich die Wachstumsraten für die Länder der EU-28 positiv.

Wachstumsrate_Bausektor
Jährliche Wachstumsraten des Gebäude- sowie des Hoch- und Tiefbaus, 2005-2016, Quelle: Eurostat

Bis 2007 ist der Umsatz im Bausektor der EU konstant gestiegen. Von Anfang 2008 bis Beginn 2013 ist der Gesamtumsatz im Bausektor der EU konstant gesunken (außer eines kurzen Erwachen Mitte 2010). Im Durchschnitt hat dieser Index mehr als 30 Prozentpunkte verloren. In den Folgejahren 2013 und 2014 hat sich der Umsatz etwas erholt und ist um etwa 6 Prozentpunkte angestiegen. Der Umsatzhöchststand der Vorkrisenzeit wurde 2016 erst zu 80% erreicht. Seit 2016 hat sich die Produktion im Bausektor nur schleppend erholt. Dies gilt insbesondere für die 19 Länder des Euroraumes, die sich durchschnittlich langsamer erholt haben als die 28 Länder der EU.

Bausektor_Eurozone EU-28 und EA-19 (Euro zone) Bauproduktion, 2005-2016. (2010=100), Quelle: Eurostat

2. Aktueller Stand

Der Anteil von Wohnungs- und Bürobau liegt bei 78% (997 Millionen Euro) des gesamten Umsatzes im Bausektor. 22% (218 Millionen Euro) entfallen auf Hoch- und Tiefbau Tätigkeiten wie dem Bau von Eisenbahnschienen, Straßen, Brücken, Flughäfen oder Dämmen. Dies begründet, warum die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf diese Infrastrukturbautätigkeiten weniger Einfluss hatten, als auf den klassischen Wohnungsbau (insbesondere in Spanien).

Um allerdings das Umsatzniveau der Vorkrisenzeit zu erreichen, sind Investitionen und Zeit notwendig. Lesen Sie mehr über die geplante Investitionsstrategie im Bausektor in Deutschland in unserem Artikel Öffentliche Investitionen in Deutschland (2005-2020)

Gesamtproduktion im Bausektor 2005-2016, (2010=100), Quelle: Eurostat.

3. Der Pfad zur Erholung. Grüner Ausblick in die Zukunft.

Die European Construction Industry Federation (FIEC) berichtet in ihrem Jahresbericht 2017, dass der Umsatz im Bausektor in der EU im Jahr 2016 um 2,2% auf 1.278 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Für 2017 ist darin ein ähnlicher Anstieg um mehr als 2% vorhergesagt sowie ein noch stärkerer Anstieg um 3% für 2018 (auf 1.343 Milliarden Euro).

Year Output, Euro Increase compared to previous year, %
2016 1,278 billion 2.2%
2017 1,304 billion 2.0%
2018 1,343 billion 3% *

Eine Initiative für grüneres Bauen der Europäischen Kommission trägt ebenfalls zum Anstieg der Umsätze im Bausektor innerhalb der EU bei. Nachhaltiges Bauen spielt dabei eine wichtige Rolle in der Anpassung an den Klimawandel. Der Energie-Effizienz-Plan 2011 der Europäischen Kommission sieht die klimafreundliche Renovierung von 3% aller Gebäude in der EU bis ins Jahr 2020 vor. Nach 2020 müssen laut diesem Plan alle Gebäude in der EU kohlendioxidneutral gebaut werden. Darüberhinaus besteht ein weltweites Bestreben zukünftig energieeffizient und naturverträglich zu bauen (etwa in China). Europäische (grüne) Innovationen im Bausektor werden damit wichtiger für den weltweite Produktion des Bausektors.

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