Die Entwicklung neuer Prozesse und Programme nimmt in Deutschland Fahrt auf

Digitale Prozesse und Tools verändern mit rasanter Geschwindigkeit alle Bereiche unseres Lebens. Die Digitalisierung in der Baubranche entwickelt sich jedoch langsamer, als dies in anderen Branchen geschieht. Möglicherweise liegt es daran, dass die Arbeit mit Boden, Stein, Stahl und Beton so analog ist. Sicher ist jedenfalls dies: Die Digitalisierung auf der Baustelle und in den Büros für Planung sowie Verwaltung muss und wird schneller voranschreiten.

Auch, weil beispielsweise bei öffentlichen Infrastrukturprojekten in Deutschland die Nutzung der digitalen Anwendung „Building Information Modeling“ (BIM) ab diesem Jahr verbindlich ist. Wie spannend die digitale Entwicklung rund um die Baustelle verläuft, haben wir bereits in unserem Artikel über die aktuellen Trends in der Baubranche dargestellt. Heute vertiefen wir das Thema mit Einblicken in weitere Aspekte rund um die Digitalisierung der Bauindustrie in Deutschland.

Wichtige Themen der Digitalisierung in der Baubranche

PropTech

PropTech-Unternehmen (PropTechs, Property Technology) sind häufig Startups in der Baubranche, die Produkte und Dienstleistungen für die Immobilienwirtschaft entwickeln oder optimieren, inklusive Bau und Verwaltung. Mit neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien werden Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle effizienter gestaltet oder ganz neue entwickelt. Sie zielen auf eine höhere Leistungsfähigkeit ab, die zu mehr Kosteneffizienz führt.

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Machine Learning

Für mehr Effizienz und Sicherheit im Bauwesen und eine Senkung der Baukosten – sowohl in der Planung als auch auf der Baustelle – sorgt zunehmend Künstliche Intelligenz (KI). Zu diesem Teilgebiet der Informatik gehört das maschinelle Lernen: Computersysteme programmieren sich selbst, indem sie aufgrund statistischer Methoden eigenständig aus Daten „lernen“. Die hierfür genutzten mathematischen Methoden der Mustererkennung lassen die Maschine immer mehr Kenntnis von ihrem Aufgabenbereich erlangen und diese besser umsetzen.

Künstliche Intelligenz

Überhaupt wird Künstlichen Intelligenz (KI) alle Bereiche der Bauindustrie positiv verändern. In vielen Bereichen, die heute noch wenig steuerbar sind, wird KI vollkommen neue Chancen eröffnen. Mit neuen Methoden der Datenanalyse wird das Bauen transparenter und vorausschauender. Auch, weil das Wissen aller Projektbeteiligten einbezogen wird.

Für eine automatisierte Bauplanung kann ein maschinell vollzogener Vergleich ähnlicher Projekte zu software-generierten Empfehlungen für Entscheidungen im gegenwärtigen Bauprozess führen. Und einbezogene aktuelle Wetterdaten oder Liefertermine von Bauteilen beeinflussen die Tagesplanung. Auch die Sicherheit auf dem gefährlichen Arbeitsplatz „Baustelle“ – mit einer fünfmal höheren tödlichen Unfallrate als in jeder anderen Branche – wird steigen.

Automatisierung

Die Digitalisierung in der Baubranche führt zu mehr Automatisierung, sei es in der Verwaltung oder direkt auf der Baustelle. Dort lockt die erhöhte Leistungsfähigkeit beispielsweise von Robotern. In absehbarer Zeit sind im Baugewerbe möglicherweise rund 46 % der Stellen gefährdet, etwa 930.000 Arbeitsplätze könnten von Robotern besetzt werden. In der Verwaltung stehen bessere Planung und Effizienzsteigerung im Vordergrund der Automatisierungs-Technologien, die hier auch zu wertvollen Innovationen führen.

3D-Druck

Im Jahr 2004 gelang an der University of South Carolina erstmals der Bau einer Wand im 3D-Druck-Verfahren – heute kann ein Haus in 20 Stunden gedruckt werden. Damals hat ein Roboterarm Beton- statt Kunststoffschichten aufgetragen. Die Vorteile: Reduzierung von Kosten und Ausschuss, schnellere Baugeschwindigkeit, Reduzierung von Unfällen, Bau von komplexen architektonischen Formen und vieles mehr.

Robotik

Höhere Qualität durch Automatisierung: Mit Baustellenrobotern wird bereits seit den 1970er-Jahren experimentiert. Und in Japan sowie Korea sind diese bereits seit den 1980er-Jahren tatsächlich im Hochbau aktiv. Mittlerweile können Robotik-Systeme ganze Wolkenkratzer aus dem Boden wachsen lassen. Die Forschung geht weiter – und autonome Roboter für nicht-standardisierte Bauaufgaben sind keine Zukunftsmusik mehr. 

Internet of Things (IoT)

Das Internet of Things (IoT) verändert im Prozess der Digitalisierung der Baubranche insbesondere den Bereich der Mitarbeitersicherheit. RFID-Lösungen warnen beispielsweise vor gefährlicher Annäherung rückwärtsfahrender Maschinen. Und Wearables überwachen Herzfrequenz sowie Körpertemperatur der Mitarbeiter, vermeiden Überanstrengung und liefern Handlungsempfehlungen.

Doch auch das gesamte Management von Baustellen wird durch die Ausstattung von Baustellenanlagen mit IoT-Sensoren vereinfacht. Vor allem werden Kosten gesenkt durch vorausschauende Wartung und effizienter gesteuerte Anlagen.

Digitalisierung vor Ort: Neue Tools für die Baustelle

BIM: digital vorausschauend planen

Gebäude planen, entwerfen, konstruieren und verwalten – digital, schnell, vorausschauend und daher effektiv wie nie: Das gelingt mit dem Building Information Modeling (BIM). Der Effekt des Bauens 4.0 sind erheblich reduzierte Kosten und Risiken bereits während der Planung und dem Bauprozess; weil vom Sandkorn bis zum fertigen Wolkenkratzer sämtliche Schritte im Bauprozess miteinander verknüpft und in einer digitalen Kette abgebildet werden. So lassen sich bereits bei einem digitalen Zwilling des geplanten Bauvorhabens mögliche Probleme und Konflikte erkennen, die folglich sofort digital gelöst werden. Diesen Fehler können auf der tatsächlichen Baustelle somit gleich vermieden werden.

BIM führt von der ersten Phase an alle beteiligten Gewerke zusammen, die anhand eines gemeinsam genutzten digitalen 3D-Modells miteinander kommunizieren und alle Projekt-Fortschritte in Echtzeit verfolgen. Vom Architekten über das Bauunternehmen bis hin zum Eigentümer, greifen alle gleichzeitig auf identisch aktuelle Daten und Zeichnungen zu, von denen auch noch später mit dem Erhalt des Gebäudes befasste Dienstleister profitieren.

Noch schrecken viele Büros vor den hohen Kosten der BIM-Software zurück. Doch zeitnah werden die Vorteile überwiegen. Zudem sind öffentliche Auftraggeber Treiber dieses Verfahrens: Im bereits 2015 vorgelegten Stufenplan „Digitales Planen und Bauen“ hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) das Ziel formuliert, bei zukünftigen Infrastrukturprojekten des Bundes BIM flächendeckend zu nutzen.

Automatisierung auf Baustellen und in der Vorfabrikation

Während BIM eher hinter den sichtbaren Kulissen eine Rolle spielt, wird die Digitalisierung der Baubranche auch zu ganz neuen sichtbaren Szenarien führen: Baustellen mit selbstfahrenden Maschinen, 3D-Druckern und teilautomatisierten Betonverteilern. Zudem wird die Vermessung auch schwer zugänglicher Stellen mit Drohnen und kleinen Satelliten erleichtert. Und digital vernetzte Geräte, Bauteile sowie Frühwarnsysteme sorgen für effiziente Tagesabläufe. 

Auch die Vorfabrikation von Gebäude-Elementen steht ganz im Zeichen der Digitalisierung in der Bauindustrie. Damit die Integration der Haustechnik in Wand und Decke perfekt gelingt, arbeiten Fachleute aller Disziplinen zusammen und produzieren komplexe Bereiche eines Gebäudes bereits vollständig in der Fabrik.

3D-Druck für ganz neue Verfahren

Seit den Anfängen im Jahr 2004 hat sich viel getan. Heute existieren mehrere Verfahren, die beispielsweise einen Mix aus Beton und Glasfasern verwenden und womöglich gleichzeitig einen polymeren Schaum für die Isolation auftragen. Auch der Ausdruck von stabilen Metallstrukturen aus Edelstahl, Bronze, Aluminium und Inconel-Legierungen ist möglich.

Teil der international forschenden Experten ist ebenfalls ein Team der Technischen Universität Dresden. Dieses Team arbeitet im Rahmen des Projekts «Beton-3D-Druck» an einer Technologie, mit der Frischbeton schalungsfrei direkt auf der Baustelle angewendet werden kann. Aufgrund der zahlreichen vielversprechenden Entwicklungen dürfte der Betonmarkt für 3D-Druck in 2021 voraussichtlich 50 Millionen Euro erreichen.

Mit VR (Virtuelle Realität) die Zukunft schon heute visualisieren

Große Erleichterung gleich auf mehreren Ebenen verschaffen Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality. Sie ermöglichen Visualisierungen, die mehr Transparenz bringen. Schon während der Planungsphase eines Bauprojekts zeigt eine VR-Brille die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt unter realen Bedingungen. So können Anwohner bereits vor der Fertigstellung des Bauvorhabens die Zukunft erleben. Das erhöht Transparenz und Akzeptanz. 

Mit Künstlicher Intelligenz Unfälle verhindern

Weil Baustellen so gefährliche Arbeitsplätze sind, ist Künstliche Intelligenz, die über Machine Learning Gefahrenquellen erkennt, ein hoffnungsvoller Trend. Das Ziel: Unfälle prognostizieren und so vermeiden. Dafür wertet das System mit einem speziellen Deep-Learning-Algorithmus Baustellenfotos und Unfallaufzeichnungen aus. Mit diesem Wissen ausgestattet, beobachtet das System das Arbeitsgeschehen und warnt, sobald sich eine gefährliche Situationen abzeichnet. Das beginnt bei einem fehlenden Schutzhandschuh oder bei potenzieller Berührung zwischen Arbeitern und Maschinen. Die ersten Erfolge sind vielversprechend. 

Die Baubranche lernt: Innovationen lohnen sich

Gerade im Baugeschäft entsteht Innovation eher langsam und stetig, als schnell und disruptiv. Denn schließlich müssen technische Neuerungen erst in das komplexe Gesamtgefüge der Bauentstehung integriert werden und letztlich sichtbaren Mehrwert für Kunden generieren. Nur wenigen Planungsbüros und Unternehmen gelingt es, trotz Projektgeschäft eigene Standards zu etablieren und entlang der Wertschöpfungskette Schnittstellenverluste in der Zusammenarbeit zu minimieren.

Wer jedoch heute erfolgreich mit eigenen Standards arbeitet, beschäftigt sich mit diesem Thema oftmals schon seit Jahren und Jahrzehnten. Und diese Unternehmen haben während der verschiedenen Phasen der Digitalisierung in der Baubranche, von Datenbanken über CAD bis hin zu Cloud und BIM, stets aktiv eigene Systeme und Standards etabliert und weiterentwickelt.

Innovation kann da entstehen, wo es gelingt, auf dem Markt die eigenen Planungs- und Bauprodukte mehrwertschaffend für Kunden zu platzieren und dabei die durch Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung möglichen Potenziale voll auszuschöpfen. Aus den daraus resultierenden Neuerungen in der Bauabwicklung können dann neue Geschäftsmodelle mit großen Wachstumspotenzialen entstehen.

Software für das Baugewerbe

Elektronisches Rechnungswesen

Moderne Rechnungsprogramme vereinfachen den Ablauf vom Angebot bis zur Rechnungsstellung. Hat Ihr Kunde das Angebot angenommen, wandelt es das Programm nach Fertigstellung des Projekts gleich in eine Rechnung um. Und: Das Programm weist Sie darauf hin, welche Rechnungen fällig sind und generiert bei Bedarf gleich die Zahlungserinnerung.

Elektronische Schließanlagen

Digitalisierung in der Baubranche geht einher mit Dematerialisierung, wodurch die Flexibilität erhöht wird. Beispiel Schließanlagen: Es ist eine immense Herausforderung, in größeren Gebäuden Schließzylinder und Schlüssel so aufeinander abzustimmen, dass über die Schlüsselvergabe die Zugangsberechtigungen geregelt werden. Ist hingegen bei einem Schließsystem mit elektronischer Identifikation der Schlüssel digital, werden Zutrittsberechtigungen ganz bequem online verwaltet und an jede sich verändernde Situation angepasst, ohne dass neue physisch vorhandene Schlüssel herstellen werden müssten.

Ausschreibungsplattformen

Software-gestützte Ausschreibungsplattformen setzen neue Maßstäbe hinsichtlich optimierter Prozesse. Auch hier spielt Künstliche Intelligenz die entscheidende Rolle. Die verschiedenen Interessentengruppen im Baugewerbe müssen lediglich ihre Anforderungen an die Projekte kommunizieren, dann erhalten sie automatisiert von der Software relevante Projekte. Zu den digitalen Plattformen, die Projektinitiatoren und Zulieferer sowie Dienstleister mittels KI zusammenführt, gehört Building Radar. Dieses Tool für die automatisierte Projekt-Recherche füllt dank individualisierbarer und somit sehr präzise justierbarer Filterfunktionen die Postbox der Suchenden – die darin nur noch die eingegangenen Projekte sichten und auswählen müssen. So gelingt die entscheidende frühzeitige Kontaktaufnahme mit minimalem Aufwand.

Ausschreibungs-Management

Bauprojekte sind komplex – ausgefuchste Software vereinfacht und beschleunigt die Prozesse. So auch bei der Teilnahme an Ausschreibungen. Das Spektrum reicht vom Erstellen der Kostenschätzung und dem Leistungsverzeichnis, bis hin zu Prozessen der späteren Auftragsvergabe und des laufenden Projekts. Dadurch wird ermöglicht auf allen Ebenen ein smartes Kostenmanagement praktizieren zu können. Das funktioniert zum Beispiel mit der AVA Software ORCA AVA, mit der Sie beliebig viele Bauprojekte jeder Größenordnung und mit Kostenplanung nach DIN 276-2018 begleiten.

IT-Infrastruktur


Digitalisierung in der Bauwirtschaft fußt selbstverständlich auf einer ausgeklügelten IT-Infrastruktur. Diese besteht aus aufeinander abgestimmter Hard- und Software, die in eine Netzwerkumgebung integriert sind. Die IT-Infrastruktur bildet das Fundament für die Software-Applikationen. 

IT-Sicherheit

Daten sind das neue Gold. Deswegen verlangt die IT-Infrastruktur wiederum nach hohen Sicherheitsstandards. Datendiebstahl und -manipulation, aber auch Erpressung durch das Blockieren von IT-Systemen sind lukrative Geschäftsmodelle. Daher zielt IT-Sicherheit als sehr wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung in der Baubranche darauf ab, die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen sicherzustellen. Damit ist gemeint Computer und ganze Netzwerke vor unbefugtem Zugriff oder Manipulation zu schützen. Das IT-Sicherheitsmanagement folgt den international gültigen ISO/IEC-27000-Normreihen. In Deutschland regelt zudem der IT-Grundschutz viele Aspekte der Sicherheit von IT-Systemen.

Cloud Computing

Cloud Computing bedeutet, dass Daten von jedem Standort aus verfügbar sind. Das vereinfacht Arbeitsprozesse ortsunabhängig und abteilungsübergreifend erheblich. Wenn dann auch noch Programme, Laufzeitumgebungen und Hardware-Ressourcen je nach Bedarf temporär als Dienstleistung erworben werden können, ist das ein Flexibilitäts-Booster. Basis dafür ist das „Cloud Computing“. Beispiel BIM: Bei dieser Anwendung werden sehr große Datenmengen ausgetauscht und gespeichert. Erst die Cloud ermöglicht diese kollaborativen Prozesse. 

Dokumenten Management Systeme (DMS)

Wer viele Daten generiert und benötigt, kommt ohne ein Dokumenten-Management-System (DMS) nicht mehr aus. Diese Systeme organisieren Datenbanken und verschaffen den notwendigen Überblick über die darin gespeicherten Dokumente und deren Verknüpfung. Sie ermöglichen das Auffinden indexierter Dokumente über die Suchfunktion im Volltext. Dokumente, die mit Metadaten versehen werden, garantieren zusätzlich eine schnelle Orientierung im Datenwust. Außerdem ermöglichenNotiz- oder Kommentarfunktionen den Austausch der Mitarbeiter bei der Bearbeitung von Dokumenten. 

Informationsaustausch, Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen werden so erheblich gefördert. Effizienz und Motivation steigen. Zusätzlich sinken die Kosten auf unterschiedlichen Ebenen. Stichwort: papierloses Büro. 

Software für das Projektmanagement

Projektmanagement ist komplex und anspruchsvoll. Schließlich reicht es von der Formulierung des Projektziels über die Aufteilung und Verteilung der Aufgaben bis hin zur Projektsteuerung und der Überwachung aller vorgegebenen Faktoren. Damit dann auch wirklich am Ende eine erfolgreiche Projektumsetzung und -bewertung steht, hilft auf diesem Weg eine Projektmanagement-Software. Mit dieser sehen alle Beteiligten den Echtzeitstatus der Aufgaben, greifen jederzeit auf die relevanten Dateien zu, erkennen den Projektfortschritt per Mausklick und verfolgen Diskussions-Threads – alles in einer Lösung. Vor allem für Projekte in geographisch weit verteilten Teams ist eine überall, jederzeit und von jedem Gerät aus erreichbare Social Collaboration Platform unverzichtbar. 

Enterprise Resource Planning (ERP)

Sobald Prozesse standardisierbar sind, ist deren Unterstützung durch Software der nächste logische Schritt. Das trifft auch auf die Steuerung zahlreicher Geschäftsprozesse in Unternehmen zu. Die Prozessbeschleunigung heißt: Enterprise Resource Planning, kurz ERP. Oder zu Deutsch: Ressourcenplanung eines Unternehmens.

Ein ERP-System optimiert organisatorische Strukturen sowie Abläufe und erhöht die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an Veränderungen des Marktes oder des Kundenstammes. Das System hilft bei Strukturierung und Überwachung aller relevanten Prozesse und ist somit das zentrale Verwaltungs-Tool für die betriebswirtschaftliche Steuerung. Ein ERP-System wird je nach dem individuellen Bedarf mit Teilsystemen, sogenannten Modulen, besetzt. So speisen die Mitarbeiter durch den Zugriff auf ein Modul Daten ein, die von anderen Mitarbeitern weiterverwendet werden. Das verschlankt zahlreiche Prozesse und erhöht deren Qualität.

Herausforderungen der Digitalisierung im Baugewerbe

Vor uns liegen aufgrund der Digitalisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen Entwicklungen, die nicht vorhersehbar sind. Diese Transformation ist komplexer als vermutlich alles vorher auf diesem Planeten Geschehene. Während Politik und Wirtschaft diesen Prozess anscheinend unisono mit Hochgeschwindigkeit verfolgen möchten, existieren auf Seiten der Beschäftigten deutliche Ängste vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch Automatisierung.

Für eine erfolgreich und zum Wohle aller verlaufende Digitalisierung bedarf es künftig einer aufmerksamen Begleitung durch Information, die alle Menschen erreicht. Diese Aufgabe sollte jedes Unternehmen intern ausführen, um die eigenen Mitarbeitenden dafür zu gewinnen, kreative Mitgestalter dieses Prozesses zu sein. Ergreifen auch Sie diese große Chance.

Digitalisierung in Deutschland im Vergleich

Zwar hat die Digitalisierung in Deutschland an Tempo zugelegt und die notwendigen Investitionen steigen. Auch werden Geschäftsprozesse zunehmend digitalisiert. Trotzdem besteht, im Vergleich zu anderen Branchen, noch viel Luft nach oben. Doch der mittlerweile unverkennbare Zwang zur Digitalisierung geht einher mit dem bereits sichtbar zu erwartenden „Lohn“: Der Bedarf an guten Wohnungen und Häusern war selten so groß wie jetzt und dennoch steht viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung. Immer mehr Menschen ziehen in die Ballungszentren, während Menschen mit niedrigem Einkommen aus den Innenstädten an die Stadtränder vertrieben werden.

Mit ihren aktuellen Verfahrens- und Arbeitsweisen kommt die Baubranche nicht hinterher. Eine Baubeschleunigung durch Effizienzsteigerung löst folglich viele Probleme und steigert die Gewinne der beteiligten Unternehmen. Auch hier gilt: Für Ihr Unternehmen bestehen mehr Chancen als Risiken. Sobald Sie auf dem systemisch bereits begonnenen Weg die Rolle des Hinterherlaufenden überwinden und vielmehr zum Gestalter werden. Vielleicht sogar zum Scout, dem gefolgt wird. Mit dieser Rolle gelingt Ihnen womöglich sogar der Sprung hin zum Branchenprimus.

Anforderungen an Unternehmen

Unternehmen des Baugewerbes können ihre Wettbewerbsfähigkeit künftig nur noch über den Weg der Digitalisierung sicherstellen. Und wie gesagt: Was viele heute noch eher als Bedrohung empfinden, birgt tatsächlich ungeahntes Potenzial. Die Scheu vor Investitionen in digitale Technologien nehmen günstige Förderkredite. Und weil digitale Prozesse viel teure Arbeitszeit einsparen, amortisiert sich eine Investition schnell.

Ganz gleich, ob firmeninterne Abläufe optimiert werden, gesetzliche Vorschriften Digitaltechnik verlangen oder die Ansprüche von Kunden an die Ausstattung ihrer Gewerbeobjekte und Wohnimmobilien die Digitalisierung erzwingen: Wir befinden uns bereits inmitten eines kontinuierlich verlaufenden Prozesses, der immer weiterlaufen wird.

Allerdings wird dieser Weg der Digitalisierung in der Bauindustrie entlang von Abzweigungen führen. Um zu erkennen, welche davon für welches Unternehmen bedeutsam ist, bedarf es einer kontinuierlichen Evaluation und Analyse: Technische Dienstleister können über das klassische Monitoring von Servern Daten zur Auslastung bestimmter Geschäftsbereiche liefern, mobile Erfassungsgeräte oder Apps liefern Daten über Kundenverhalten oder Mitarbeitereffektivität. Praktizieren Sie Analyse und Anpassung unbedingt in kurzen Zyklen.

Doch vernachlässigen Sie dabei diesen äußerst wichtigen Faktor niemals: Die sorgfältige Entwicklung Ihrer Unternehmenskultur und -organisation im Dialog mit allen Beteiligten. Auch dieser Prozess des Change Managements ist komplex und langwierig – doch zwingend notwendig und fruchtbar.

Wettbewerbsvorteil Digitalisierung

Die Digitalisierung in der Baubranche wird alles verändern: Prozesse, Strukturen, Denk- und Sichtweisen – hierarchieübergreifend und bis tief hinein in die analogen sowie digitalen Strukturen von Unternehmen.

Das geht einher mit einer Radikalität, vor der viele noch zurückschrecken. Zu viel Umstellung auf einmal wird als Gefahr gesehen. Allerdings sind mittlerweile zahlreiche Software-Lösungen bereits seit Jahren erprobt und für alle Branchen und Geschäftsmodelle geeignet. Und: Wenn erste Kosteneinsparungen und Zeitvorteile der digitalen Welt gegenüber bisherigen Arbeitsabläufen erkennbar werden, gewinnen die neuen Abläufe auch im operativen Umfeld an Akzeptanz.

Fazit

Bei der Digitalisierung in der Bauwirtschaft geht es ohnehin nicht mehr um die Frage des „Ob“, sondern ausschließlich um das „Wie“. Doch wer sich auf diesen Prozess – trotz teils recht hoher Investitionen – einlässt, wird immer mehr Freude daran gewinnen. Denn mit digitalisierten Prozesse wird bisher mühsame und auch eher ungeliebte Arbeit in hohem Maße überwunden und auf Knopfdruck von den diversen Systemen erledigt. Das befreit den Kopf und lenkt die Kreativität auf den nächsten logisch zu vollziehenden – digitalen – Schritt. Ob Planung, Prozesse oder letztlich die Sicherheit auf der Baustelle: Die Digitalisierung in der Baubranche wird noch zu vielen spannenden Innovationen führen.

Redaktion

Autor Redaktion

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