Die Prognose für den asiatischen Baumarkt von 2015-2020

Die asiatischen Tiger geraten ins Stolpern

Während die Bauindustrie sich weiter erholt, ist China im Inbegriff den amerikanischen Markt, als wichtigsten Markt im Baubereich abzulösen. Laut einer von PwC geförderten Studie wird die Bauindustrie ein jährliches Wachstum von 4.5% verzeichnen. Ein Großteil dieses Wachstum wird durch die USA, China und Indien verursacht werden. Aufgrund der gegenwärtigen Probleme auf dem chinesischen Kapitalmarkt werden andere asiatische Länder zu wichtigen Zielen für Investoren. Zudem richten europäische und amerikanische Baufirmen ihren Fokus auf Afrika und den mittleren Osten.

Stetiges Wachstum des Baumarktes in 2015

2014 war für viele Bauunternehmen ein gutes Jahr. Zahlreiche bedeutende europäische Unternehmen konnten ihre positiven Umsatz- und Gewinnentwicklungen unter Einhaltung ihrer Vorkrisenniveau nicht fortsetzen. Getrieben von historisch niedrigen Zinssetzen auf dem Kapitalmarkt besteht außerdem ein großer Druck international zu investieren, wie es ein Bericht von Bilfinger S.E. ausdrückt. Trotzdem rechnet eine große Zahl an Unternehmen nicht mit einer plötzlichen Erholung innerhalb der nächsten Jahre. Stattdessen schätzt die Global Construction 2025 Studie die weltweite Wachstumsrate auf durchschnittlich 4,5% pro Jahr während der nächsten zehn Jahre.

Veränderung der Auftragslage in der ASPAC Region
Veränderung der Auftragslage in der ASPAC Region

Globale Trends in Europa, Asien und Amerika

Aktuell tendiert das europäische Baugewerbe zur Nachhaltigkeit. Besonders das Vereinigte Königreich profitiert als drittgrößter Markt weltweit stark von dieser Entwicklung. Trotzdem sind die internationalen Umsatztreiber staatliche Infrastrukturprojekte, wie eine KPMG Studie enthüllte. Die Fähigkeit Großprojekte zu managen entwickelt sich daher mehr und mehr zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. In Hinsicht auf die Regionen stellt Asien mit Indien und China, sowie Afrika und der mittlere Osten die interessantesten Märkte dar. Westeuropäische Unternehmen haben Afrika als auftreibenden Markt für sich entdeckt, während sich amerikanische Unternehmen laut KPMG eher auf den mittleren Osten konzentrieren.

Infrastruktur als Wachstumsmotor

Eine gesunde Verbreitung von Bauprodukten unterstützt die Stabilität des asiatischen Marktes. Die Anteile an Wohnbau-, Industrie- und Infrastrukturprojekten sind nahezu gleichmäßig verteilt. Durch den Eingriff der Regierung überwiegen die Infrastrukturprojekte leicht. Bei nahezu allen asiatischen Ländern wird innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Aufstockung des Infrastruktur-Budgets erwartet. Mit Mehrausgaben von ca. 7% werden China, Indien und Vietnam bis 2020 die Führung übernehmen.

Wachstum der Ausgaben für Bauvorhaben 2014-2019
Wachstum der Ausgaben für Bauvorhaben 2014-2019

Kleine Länder gewinnen an Wichtigkeit

Aufgrund der aktuellen Probleme der chinesischen Wirtschaft steigen neue „asiatische Tiger“ auf. Laut einer PwC Studie sind besonders Indonesien, Vietnam und die Philippinen in der Lage die Schwäche des roten Giganten für sich zu nutzen. Andere Quellen führen Malaysia und Hong Kong als herausragende Beispiele an. Doch auch andere asiatische Länder ziehen einen Vorteil aus der Verlangsamung des chinesischen Wachstums. Trotz allem wird China die USA 2015 zum ersten Mal in der Geschichte als größten Markt für die Bauindustrie ablösen. Um diese Wachstumsrate im größeren Kontext zu betrachten: Mehr als 50% der gesamten Bauwirtschaft findet bereits in aufstrebenden Märkten statt.

Chinas Schwäche bleibt bestehen

Trotz aller Maßnahmen wird die zweistellige Wachstumsrate vom Anfang des Jahrhunderts nicht erneut verzeichnet werden. Trotzdem stellen die aufstrebenden Märkte die westlichen in den Schatten, mit der Neuheit, dass die Asien/Pazifik-Region nicht länger den globalen Wachstumsmotor darstellt. Die Entwicklung in den aufstrebenden Ländern Asiens verläuft stark und stetig.
Die Effekte der Kapitalkosten auf dem asiatischen Baumarkt
Der jährliche Bericht eines professionellen Dienstleistungsunternehmens zeigt, dass der Optimismus der Experten gegenüber der asiatischen Region zwar siegt, aber nach und nach schwindet. Während 2015 mehr als zwei Drittel der Teilnehmer an ein zunehmendes Marktvolumen glaubte, ist dieser Anteil 2014 auf nur 50% gefallen. Eine mögliche Erklärung könnte das Kreditrisiko der Länder darstellen. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel von Standard & Poors beschreibt eine „enttäuschende“ Wachstumsrate während der letzten Jahre. Diese wiederum stellt ein Risiko für die Kredite dar, die an die Länder vergeben wurden, da der Zinssatz so härter zu stemmen sein könnte. Die öffentliche Anleihe verweilt in der jüngsten Vergangenheit auf einem niedrigen Niveau.

Experten prophezeien ein durch Indonesien und die Philippinen getriebenes Marktwachstum bis 2020

Der asiatische Baumarkt wird überhand nehmen, wenn auch weniger stark als erwartet. Nicht einmal der mächtigste politische Apparat kann die strukturelle Schwäche in diesem Bereich ausgleichen. Obwohl dem Trend von Asien als aufstrebender Region kein Ende gesetzt scheint, wird sich die Entwicklung doch verlangsamen. Die mittelfristige Prognose zeugt, dass Indonesien und die Philippinen bis 2020 die interessantesten Märkte in Asien darstellen werden. Der leicht getrübte Optimismus der Investoren und Experten sollte mit besonderem Interesse verfolgt folgen, da er die Entwicklung und Prognose bis 2020 beeinflussen kann.

Autor: Bastian Burger

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