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Teil 1 Experten der Baubranche im Interview mit Building Radar

27.03.2020

Hinweis: Teile des Interviews sind zur besseren Lesbarkeit gekürzt.

Neue Herausforderungen erfordern Kreativität und innovative Lösungen. Diesen Ansatz sehen wir auch bei zahlreichen Kunden. Daher haben wir ein eigenes Format erstellt, welches genau solche Unternehmen vorstellt, die sich schon etwas länger mit digitalen Tools für die Baubranche auseinandersetzen. Auch die aktuelle Corona-Krise und Wege aus der aufkommenden Herausforderungen thematisieren wir in dieser Interview-Reihe.

Unser erstes Experteninterview führen wir mit Thim Kirchner. Thim verfügt eine langjährige Expertise als Fassadenplaner und geht bei der Auftragsakquise schon seit einiger Zeit digitale Wege.

 

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Susann Herbrich (Building Radar): ”Wir begrüßen dich heute als einen unserer ersten Interviewpartner und freuen uns sehr, dass du uns unterstützt über Themen, wie die Digitalisierung der Baubranche zu sprechen. Welche Erfahrung hast mit diesem Thema bereits gemacht? Und welche Tools hast du vielleicht auch in der Vergangenheit oder aktuell schon mal genutzt?”

Thim Kirchner: ”Ich war in der Vergangenheit mit einer anderen Lösungen unterwegs. Ich habe es getestet. Ich war kein Freund davon. Die Daten, die hinterlegt sind, sind einfach nicht zwingend korrekt. Bedingt dadurch, dass alles nur händisch recherchiert wird, sind die Informationen einfach nicht so gut, dass man aktiv damit arbeiten kann.

[…] Die Architekten haben sich mit so viel Sachen zu beschäftigen. Wenn immer wieder ein Vertriebler anruft, dann wird der Architekt versuchen, das Telefonat schnell zu beenden, wenn er keinen Mehrwert von dem Gespräch hat. Dementsprechend war die Datenqualität nicht unbedingt gut, gemäß meinen Erfahrungen.

[…] Ganz aktuell bin ich jetzt als Ingenieurbüro Kirchner Kunde bei Building Radar. Das heißt, ich spezialisiere mich auf die Fassadenplanung und Beratung von Architekten und Investoren.”

Susann Herbrich: ”Es ist toll zu hören, dass du dich wieder für Building Radar entschieden hast. Darf ich dich fragen, was du besonders schätzt und was für dich den entscheidenden Unterschied neben der Qualität der Daten ausmacht?”

Thim Kirchner: ”Natürlich auch der persönliche Kontakt. Ich habe zu dem einen oder anderen Building Radar Mitarbeiter immer einen sehr guten Kontakt gepflegt. […] Das ist natürlich auch ein wesentlicher Faktor.”

Susann Herbrich: ”Wir sprechen häufig bei unseren USPs von Schnelligkeit und das wir die frühzeitige Erkennung von Bauvorhaben für uns ganz oben aufhängen. War das für dich, oder ist es für dich auch relevant?”

Thim Kirchner: ”Ja, absolut. Mir geht es darum, als kleines Büro schnellstmöglich von Projekten zu wissen und natürlich selber aktiv hinterher zu gehen. Das habe ich mit Building Radar natürlich sofort. Das heißt, ich habe bei einer Vielzahl der Projekte auch direkt die relevanten Ansprechpartner hinterlegt, die ich angehen kann. Das erspart mir natürlich eine Menge Zeit.

Wie gesagt, gerade als kleines Büro oder jetzt auch in Krisenzeiten habe ich natürlich keine Zeit oder muss in kürzerer Zeit, sehr viel Projekte oder Büros akquirieren. Und da hilft mir das natürlich enorm.”

Susann Herbrich: ”Du sagst selber gerade das Stichwort Krise. Mich würde interessieren mit deiner sehr langjährigen Expertise in der Baubranche. Wie siehst du
Corona und die Baubranche? Wie schätzt du die Situation ein, was könnte passieren? Hast du jetzt schon das Gefühl, erste Anzeichen zu sehen?”

Thim Kirchner: ”Ich persönlich merke auf jeden Fall schon Anzeichen. Im Moment sind natürlich Umsätze weggebrochen. Das heißt, es kam sehr direkt in der ganzen Bauindustrie zu Einsparungsthematiken. Deshalb wurde natürlich durch Unternehmen versucht, eigene Planungsabteilung wieder zu zentralisieren oder alles wieder so aufzustellen und revitalisieren, dass man selbst möglichst agil ist.

Mittel bis langfristig? Ja, klar. Ich bin mir sehr sicher, dass im Oktober, dieses Jahres oder in einem halben Jahr keiner mehr über Corona reden wird. Wahrscheinlich nur noch über die Auswirkungen, was es dieses Jahr uns alle an Zahlen in allen Branchen gekostet hat.

Aber ja, die Immobilienbranche wird sich jetzt entspannen. Das heißt, diese ganze Arbeitswut, die gerade herrscht, weil alle so viel arbeiten müssen und wollen und vorankommen wollen, die wird jetzt natürlich erstmal ein bisschen zurückgehen. Jetzt wird noch die große Immobilienblase in Amerika platzen. Da wird der Markt in Deutschland oder der ganzen Welt sich auch noch weiter entspannen.

Wir werden keine unendlich große Rezession erfahren, aber das wird auf jeden Fall die Baubranche doch auch noch stärker treffen. Und ich denke, der Höchstpunkt wird schon irgendwo in den nächsten ein bis zwei Monaten erreicht werden.

Das wird sich dann aber auch relativ schnell wieder entspannen, weil Deutschland einfach so aktiv damit umgeht und es auch so intelligent löst mit dem Umgang mit den Arbeitern, dass nicht alle arbeitslos werden müssen. Ich bin sicher, dass die Nachfrage an Ingenieurleistungen oder auch grundsätzlich an Bauprojekten wie Büroimmobilien schnellstmöglich wieder wachsen wird.

Der öffentlichen Bereich ist gerade der sicherste Auftraggeber in aktuellen Zeiten, weil sie angehalten sind, jetzt ihre Projekte abzurechnen und die bestehenden Projekte auch laufen zu lassen. Das ist für mich gerade auch ein relevantes Thema, wo mir natürlich Building Radar auch sehr hilft.

Weil dieser gesamte öffentliche Bereich weiterlaufen muss, und dadurch das jetzt alle Projekte abgerechnet werden müssen, haben die gerade so viel anderes zu tun, dass sie sich mit dem Kern des Projekts nicht beschäftigen können. Da ergeben sich auch Chancen.

Das heißt, alles, was ich gerade so online über bzw. über Building Radar an Projekten mitkriegen, werde ich natürlich im öffentlichen Bereich sehr aktiv verfolgen, weil ich da im Moment für mich als kleines Büro große Möglichkeiten sehe.”

Susann Herbrich: ”Das ist spannend. Es ist für das Stichwort zu der nächsten Frage. Wie bereitest du dich speziell auf die schwächere, gegebenenfalls kurzzeitig schwächere Konjunkturphase vor? Wählst du einen neuen Vertriebsansatz? Du hast ja schon so ein bisschen ausgeführt, du willst deinen Fokus ein bisschen anders setzen.”

Thim Kirchner: ”Jetzt als Dienstleister ist es auf jeden Fall ein sehr relevantes Thema. Durch die Digitalisierung sind alle in der Lage, dezentral zu arbeiten. Und von diesen
dezentralen Arbeitsmöglichkeiten profitiere ich natürlich auch. Das Ganze digital aufzunehmen, das ergänzt Building Radar natürlich gut.“

Susann Herbrich: ”Wo siehst du die größte Chancen durch die Digitalisierung? Und denkst du, dass es jetzt schneller geht durch Corona? Besonders in der Baubranche? “

Thim Kirchner: ”Die Digitalisierung der Baubranche wird durch Corona sicher nicht schneller gehen. Ich glaube eher im Gegenteil, die Leute werden natürlich viel digitaler vernetzt sein und werden anders miteinander direkt kommunizieren. Aber das wird den Projekt- und Objektablauf an sich nicht verändern.

Das heißt, die Leute werden immer noch gemäß ihren Richtlinien und Aufträgen arbeiten und werden sich jetzt auch projektbezogen nicht dafür interessieren, irgendwas digitaler aufzustellen oder digitaler bearbeiten zu wollen.

Aktuell wissen wir nicht, wie es kurz- bis mittelfristig weitergeht. […] Nichtsdestotrotz glaube ich, oder bezweifle sehr stark, dass es der Digitalisierung des Bauprozesses oder Vertriebsprozesses was gutes tut, was jetzt mit Corona grad passiert. Die Leute sitzen zwar mehr zuhause und telefonieren mehr, und vernetzen sich eventuell auch digital anders und besser, aber der Projektprozess wird sich deswegen nicht verändern.”

Susann Herbrich: ”Wir gehen davon aus, dass sich vermutlich der Lead Gewinnungsprozess mehr digitalisieren wird, da das Thema Messen wegfällt. Ich weiß nicht, ob es für dich auch ein Thema ist?”

Thim Kirchner: “Ja, das ist so, absolut.”

Susann Herbrich: ”Keine Veranstaltung mehr, ich würde jetzt mal prognostizieren bis Ende des Jahres?”

Thim Kirchner: ”Ja, genau. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass bis in den Herbst / Winter rein keine großen Messen mehr stattfinden werden. Die interessanten Messen für mich in Nürnberg oder ähnliches finden nicht statt bzw. wurden jetzt mal auf den Sommer verschoben. Die werden dann kein zweites Mal verschoben werden.

Das heißt, sie finden dann tatsächlich erst nächstes Jahr wieder statt. Das spielt für mich natürlich eine Rolle. Ich bin froh, dass ich selber schon ein starkes Netzwerk habe und mich darauf verlassen kann. Aber es ist schade. Die Messen fehlen einem auf jeden Fall. Die fehlen jedem, weil dieser persönliche Kontakt im Vertrieb natürlich immer noch ein sehr relevanter ist.

Das habt ihr bei Building Radar ja auch ganz klar verstanden, dass man gezielt auf Büros oder Zielgruppen orientiert suchen kann. Das man natürlich die Sachen, die man kennt, auch gezielter bearbeiten oder intensiver bearbeiten kann. Wenn ich Informationen selber über Building Radar herausfinde, dann ist es natürlich ein Vorteil für mich, weil ich dann wieder schneller im Gespräch bin und das natürlich nutzen kann.”

Susann Herbrich: ”Eine abschließende Frage habe ich noch ganz weit weg von Corona. Du bist ja auch jemand der jungen Tools eine Chance gibt, gerade bei uns von Anfang an. Siehst du andere spannende Entwicklungen im Baugewerbe? Irgendeinen Tipp, den du uns mitgeben kannst. Darauf sollte man achten?”

Thim Kirchner: ”Eine ganz schwierige Frage, die ich so gar nicht beantworten kann. Also mir wäre nicht bewusst, dass ich irgendeinen Trend so verpasse oder irgendwas gerade so stark am Boomen wäre, dass es nicht ohnehin schon jeder mitbekommen hätte. […] Das Thema BIM (Building Information Modeling) ist natürlich nichts Neues, aber das ist noch das größte Thema.Damit kann kaum einer umgehen.

Eigentlich wollen es alle haben, aber das ist auch ein organisatorisches Problem. Und da muss der Staat auch erstmal drauf kommen, sich mit sowas zu beschäftigen und die richtigen Vorgaben zu stellen, dass man damit arbeitet und das Ganze auch vergütet bekommt. Das ist jetzt kein direkter Trend zur Digitalisierung, weil ich denke, wir arbeiten alle schon damit […].”

Susann Herbrich: ”Vielen Dank für deine Zeit.”

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