Abgerechnet wird zum Schluss

Die Berechnung der Kosten eines Bauprojektes – von der Planung bis zum Abriss – wird als Lebenszykluskostenkalkulation (englisch: Life Cycle Cost Calculation) bezeichnet. Für Architekten war diese Kalkulation bisher zeitintensiv. Durch die Einführung des Building Information Modeling (BIM) ist es möglich, die Aufstellung aller anfallenden Kosten in kurzer Zeit digital vorzunehmen.

Nachdem die Einflussmöglichkeiten auf die Kosten eines Gebäudes in der Planungsphase am größten sind, wird sich diese neue Möglichkeit bezahlt machen.

Lebenszykluskosten eines GebäudesQuelle: Statista

80% der Kosten eines Gebäudes entstehen während der Nutzung. Der Einfluss auf die Kosten des kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes ist während der Planungsphase am größten.

Es ist wie beim Kauf einer Waschmaschine: Je höher die Anschaffungskosten, desto niedriger wird langfristig die Stromrechnung ausfallen. Die anfänglich höheren Anschaffungskosten eines Produktes machen sich über die Nutzungsdauer bezahlt. Der Bau eines Gebäudes ist teuer und der Bauherr sieht in der Regel nur seine Investitionskosten. Für Investoren und Nutzer ist es jedoch entscheidend, wie unterhalts- und wartungsintensiv ein Gebäude ist. Die Wettbewerbsfähigkeit, die Möglichkeit flexibel zu agieren und eine langfristige Werterhaltung des Gebäudes beeinflussen die Entscheidung von zukünftigen Investoren und Mietern.

Die Lebenszykluskosten eines Gebäudes

Der Lebenszyklus eines Gebäudes unterteilt sich grundsätzlich in drei Phasen:

Projektphase Planungskosten
Baumaterialien
Nutzungsphase Fassadenerhaltung
Betriebskosten
Rückbau Phase Abbruch
Renovierung

Gut geplant ist halb gewonnen!

Eine Immobilie, die nicht genutzt werden kann, stellt die maximale Ressourcenverschwendung dar. Schon in der Planungsphase müssen die Nutzungsmöglichkeiten für die Zukunft eingeplant werden. Wird beispielsweise die Raumhöhe zu knapp bemessen, können die Baukosten während der Projektphase gesenkt werden. Diese Festlegung ist unveränderlich. Will man später Büroräume zusammenlegen, scheitert dieses Vorhaben an der zu knapp bemessenen Höhe der Räume. Auch der nachträgliche Einbau einer Klimaanlage kann daran scheitern. Ergebnis: Das Gebäude ist zwar funktionsfähig, genügt aber nicht mehr den Ansprüchen des Marktes.

Nachhaltige Bauweise verringert die Lebenszykluskosten

30% der Kosten, die während der Nutzungsphase eines Gebäudes anfallen, sind den Energiekosten zuzuordnen. Erstmals wurden unter dem Titel „fm-benchmarking goes green“ Gebäude mit Nachhaltigkeitszertifikaten näher untersucht. Die zentrale Frage dieses Projektes ist, ob zertifizierte Gebäude hinsichtlich ihrer Lebenszykluskosten besser abschneiden als nicht zertifizierte. Grundsätzlich kann diese Frage mit ja beantwortet werden. Interes­sant ist auch, dass zertifizierte Gebäude nicht zwangsweise teurer sein müssen, als nicht zertifizierte.

Erfolg durch Zertifizierungen!

Große, internationale Konzerne sehen es als selbstverständlich an, nur noch zertifizierte Immobilien zu mieten. Damit Green Buildings für Investoren erkennbar und vergleichbar werden, benötigen sie eine Zertifizierung. Die gängigsten Zertifikate haben wir hier für Sie aufgelistet:

USA LEED (Leadership in Energy and Environmental Design)
Großbritannien BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method)
Australien Green Star des Green Building Council
Deutschland DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen)

Verlängerung des Lebenszyklus!

Auch in diesem Bereich gab es in den letzten Jahren spannende Entwicklungen: Innovative Materialien und speziell entwickelte Reinigungs- und Pflegemittel verlängern die Lebensdauer und senken die Lebenszykluskosten eines Gebäudes spürbar.

Fassaden mit Lotuseffekt: Reinigungskosten stellen einen wesentlichen Bestandteil der Betriebskosten einer Immobilie dar. Selbstreinigende Fenster können diese signifikant reduzieren. Durch UV-Strahlung werden organische Verschmutzungen zersetzt und letztendlich durch Regenwasser abgespült.

Am Ende wird abgerechnet!

Die Nutzung von Recyclingbaustoffen während der Projektphase kann beim Abbruch oder Rückbau des Gebäudes Kosten einsparen. Einerseits sind Recyclingbaustoffe in der Regel günstiger. Auf der anderen Seite sind die Entsorgungskosten an eine Aufbereitungsanlage meistens niedriger als an eine Deponie.

Lesen Sie mehr über den Trend zur nachhaltigen Bauweise in unserem
Bauindustrie Blog
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